Unsere Philosophie
Unser Motto ist: Erst lerne, dann lehre.
Unser Leitfaden
für die Ausbildung wird immer sein, auf positive Verstärkung zu
setzen.
Denn ein Blindenführhund soll seine Aufgabe mit Freude erledigen, Stress
darf nicht im Vordergrund stehen. Da es ganz natürlich ist, dass sich Stress
durch Umwelteinflüsse wie Straßenverkehr, Baustellenlärm,
Passanten und Begegnungen mit anderen Hunden nicht vermeiden lässt, ist
unsere Methode sehr wichtig.
In erster Linie wollen wir dem Hund verständlich machen, was wir von ihm
erwarten, wie er uns zufrieden stellen kann, um ihm seine Aufgabe erkennen zu
lassen. Dies muss natürlich mit positiver Verstärkung begleitet werden.
Unser Ziel ist dann erreicht, wenn der Hund mit jedem Hörzeichen durch
positive Verstärkung hoch motiviert ist und zielstrebig seine Aufgabe
verrichtet.
Es ist verständlich, dass jeder Hund, wie jedes andere Lebewesen auch,
seinen persönlichen Bedürfnissen und Neigungen, eben seinen
artspezifischen Verhaltensweisen, nachgehen möchte. Aber genau diese
Eigenschaft nutzen wir für unsere Arbeit und für seine spätere
Aufgabe als Blindenführhund: Seinen Willen zu gehorchen, seinen Willen zu
gefallen und seine Freude an der Bewegung, seine Neugierde, seine angeborene
Intelligenz zu verstärken und in gewünschte Bahnen zu lenken.
Unser Motto ist, nichts zu unterdrücken, sondern einzig und allein nicht
erwünschte erworbene oder angeborene Verhaltensweisen umzuwandeln und so
eine Prägung für seine zukünftige Aufgabe zu schaffen.
Da kein Tier zu irgendetwas gezwungen werden kann, was nicht ohnehin in ihm
steckt, kann man auch mit dem Hund nur über seine angeborenen
Verhaltensweisen arbeiten.
Das Arbeiten mit einem Tier bedeutet, innerhalb seiner angeborenen Parameter,
Verhaltensmuster und Ausdrücke, seiner Persönlichkeit und seines
Wesens zu agieren.
Neben dieser Form des Erlernens erwünschter Verhaltensmuster durch positive
Verstärkung wird man nicht umhin kommen, unerwünschtes Verhalten durch
verbale Strafe bzw. Korrektur mittels Leine zu reduzieren.
Eine derartige negativ gepolte Anwendung muss verantwortungsvoll auf das Wesen,
die Größe, die Intensität der Abweichung und immer im Hinblick
auf ein kollektives Denken abgestimmt werden. Ein äußerst wichtiger
Aspekt wird immer bleiben, den Zeitpunkt abzuwarten, bis wir erkennen, dass der
Hund seine Aufgabe verstanden hat, um ihm den Freiraum und die
Wahlmöglichkeit zu lassen, Richtiges vom Falschen zu trennen und in seinem
Verhaltensmuster zu speichern. Nach diesem Prinzip ist es dem Hund möglich,
ein Verhaltensmuster für das Erarbeiten eines Weges und sicheres Führen
seines Halters zu gewähren.
Der Hund wird durch unsere Trainingsmethode immer ein angeborenes spezifischer
Verhaltensmuster zeigen: Die Situation erfassen, testen, aus seiner Erfahrung
auswählen, handeln, wieder testen, das Verhalten des Halter mit einbeziehen
und je nach Mobilität und Flexibilität des Halters reagieren.
Nichts kann erzwungen werden, aber mit etwas Geschick lässt sich fast alles
erreichen.
Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass wir die Art und Weise, wie der Hund
gelernt hat, dem Halter beim Einführungslehrgang vermitteln, um diesem zu
ermöglichen, dass das vom Hund Erlernte ein Hundeleben lang erhalten bleiben
kann.
Eben ein intivituel angepasstes Hilfsmitten,